Das letzte Mal bei “Waterdeep: Missklang der Mächte”:
Waterdeep lag wie eh und je an der Schwertküste, ihre Klippen widerstanden den müden Wellen, eine sanfte Brise umflog die hohen Zinnen der Burgfeste und die Schiffe im natürlichen Hafen schwankten sanft im seichten Wasser. Doch am Himmel sammelten sich düstere Wolken.
Al Bear sammelte sich und musterte ein letztes Mal das Schreiben seiner Bekanntschaft. Es forderte ihn auf heute am 3ten Mirtul 1491 DR sich im “Feder und Tinte” einzufinden. Für ihn war das nicht irgendein Auftrag. Für ihn sollte es ein Neuanfang sein. Ihm war tief in seinem Herzen bewusst, dass es in einer Stadt wie Waterdeep keine echten Neuanfänge gab, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Als Almer Umerân seinen Namen durch den Hain schallen hörte, stand er direkt bereit. Eifrig nahm er den neuen Auftrag von seinem Vater Hamon entgegen. Eine nächtliche Gartenarbeit, etwas ungewöhnlich, aber jeder Auftrag in Bürgerhain war ein Schritt vorwärts. Einen Schritt weiter die Mission des Hains in Waterdeep voranzutreiben. Die Auftragsmittlerin war eine längere Geschäftspartnerin seines Vaters. Valeezah Vynn führte einen Schreibladen, aber die Reaktion seines Vaters sprache Bände darüber, dass der oberflächliche Schein hier nicht das ganze Bild zeichnete.
Hamons Stimme war fest und erhallte im ganzen Hain. Ty’phoon kannte diese Stimme und wusste, was üblicherweise darauf folgte. Gefolgsamkeit, Arbeit und das Ende der Gemütlichkeit. Doch es hieß auch, dass er noch fünf Minuten hatte, bis Almer nach ihm suchen würde. Seine neuen Freunde waren immer gut zu ihm und boten ihm ein willkommenes Zuhause auf seiner Suche. Also machte er sich bereit sein Bündel zu packen, seinen besonderen Stab zu nehmen und seinen Freund bei seiner neuen Aufgabe zu unterstützen.. also ..gleich.
Khaourias Blick wanderte über den Himmel.. Es sah nach Regen aus. Hoffentlich konnte Al Bear sich auch aufraffen, sich bei diesem Wetter im “Feder und Tinte” einzufinden. Bisher war er recht zuverlässig, doch sie wollte es sich mit ihrer Tante auch nicht verscherzen. Schließlich war sie ihr Ticket heraus aus dieser Einöde. Ihre Hornringe klingelten Sanft, als sie sich den Mantel ihrer Mutter überzog und die sanfte Stimme ihrer Mutter im einsetzenden Regen dumpfer wurde. Khaouria war gespannt, was ihre Tante dieses Mal für sie hatte. Bürgerhain war kein übliches Ziel für ihre Aufträge und externe Helfer auch eher selten.
Ruin kannte die etwas ruppige Art des Apothekers. Jeden Tag beschwerte er sich über etwas oder scheuchte sie irgendwohin. Aber das war ok. Zum einen hatte sie über ihn Zugriff auf einige seltene Zutaten und zum anderen auf ein voll eingerichtetes Braustübchen. Am Ende gab es eben nichts, ohne dafür auch den Preis zu zahlen. Doch nun führten sie ihre leisen Sohlen wieder zu Frau Vynn. Ruin wusste genau, was die reifere Frau von ihr wollte, als sie sie damals auf der Straße ansprach. Sie kannte diesen Blick, den man Straßenkindern zuwarf, die gespielte Gutherzigkeit. Sie kannte den Preis der Straße, wusste um die Absichten der lächelnden Frau. Aber es war gutes Geld und es fühlte sich gut an, die eigenen Fähigkeiten nutzen zu können und zu verfeinern.
Stück für Stück trudelten alle im “Feder und Tinte” ein, beäugten die Anderen und beschnüffelten sich. Der kleine bunte Haufen hatte sich im Hinterzimmer des kleinen Geschäftes getroffen und Tante Vynn hatte alle herzlich empfangen. Es sollte ein einfacher Auftrag sein. Die angeheuerten .. Gärtner? hatten Werkzeuge mitgebracht und damit sollten in Bürgerhain ein paar Hecken gekürzt werden. Nichts aufregendes. Es sollte nachts passieren, damit keiner der hohen Herrschaften gestört wird.
Doch es gab zwei Haken, zum einen hatten sie keinen Eintritt für Bürgerhain erhalten können, nur für den Tempel der Ehrfurcht und zum anderen war der eigentliche Auftrag für Ruin, Al Bear und Khaouria Kontakt mit einer “Freundin” von Tante Vynn aufzunehmen. Die Gärtner wussten zwar, dass es hier um keinen komplett “sauberen” Auftrag ging, aber sie sollten dann doch nicht alles wissen.
Und so brach die kleine Gemeinschaft auf, passierte die Tore nach Ostflur und hindurch zum Tempelbezirk. Fasziniert von den ehrfürchtigen Bauten, den vielen Gläubigen und Priestern, studierten sie die Umgebung und fanden tatsächlich einen Weg nach Bürgerhain. Ein Prieser des Silvanus, verschaffte ihnen einen kleinen Auftrag zur Instandhaltung eines Schreins, gerade genug, um Einlass in das reiche Viertel zu bekommen.
Fast schon überrascht, dass es so einfach war, standen die ungewöhnlichen Gefährten nun vor den Toren der Villa Valere. Allerdings wollte niemand so richtig auf ihr Klopfen reagieren und so waren sie gezwungen, sich kurzerhand selbst einzulassen.
Angekommen am Ziel ihres Auftrags sollte es nun an die Gartenarbeit gehen. Doch irgendetwas ist seltsam an diesem Ort?
Werden die Gefährten ihrer inneren Unruhe auf die Schliche kommen? Ist die “Freundin” von Tante Vynn in der Villa? Und wie pflegt man eigentlich einen Garten? Wir werden es herausfinden, bei der nächsten Session von “Waterdeep: Missklang der Mächte” - Morgen zur Primetime!